ask4more - Kompetenz in Sprachen Hello I am John Michael Woodhead - Ihre Sprachengruppe im Westerwald

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"Hello, let me introduce myself to you –
my name is Michael"

Englisch-Lehrer, Muttersprachler

 

Michael Woodhead

 


Michael unterrichtet schon eine ganze Weile für unsere Sprachschule. Seine Kurse finden außerhalb in Unternehmen (Sprachkurse Business-Englisch) oder im Hause (Einzelunterricht, Englisch-Nachhilfe) statt. Mit seiner freundlichen und offenen Art treibt er seine Studenten ins Ziel und verhilft ihnen zum schulischen und persönlichen Erfolg. Seine Schüler sind voll des Lobes und sprechen mit großen Augen über ihn. Wir sind stolz Michael Woodhead im ask4more-Team zu haben und stellen ihn in einem kurzen Interview gerne vor. Viel Freude beim Lesen!


 

Nenne uns zuerst deinen vollständigen Namen und was ist deine Muttersprache?
John Michael Woodhead. Englisch!

Wo kommst du ursprünglich her?
Aus Kent im Süden England, man nennt die Grafschaft auch den Garten Englands. Wenn man mit der Fähre nach England reist, kommt man in Dover, Kent an.

An der Route Dover - Calais also.
Genau.


Was sind deine Interessen und Hobbys?
Filme, Videospiele, Politik und sogenannte „Current Affairs“.

Current Affairs? Das ist ja auch Politik oder?
Ja, es geht aber auch in die soziale Richtung.

Auf die Videospiele muss ich nochmal zurückkommen. Was spielst du denn?
Im Moment „Fallout“. Ich habe auch „Medal of Honour“ gespielt.

Die Klassiker also.
Ja, genau. Ich interessiere mich auch für Computer allgemein, also Software und neue Techniken. Künstliche Intelligenz finde ich zum Beispiel sehr interessant.

Schilderst du uns kurz in fünf Wörtern deinen schulischen und beruflichen Werdegang?
In fünf Wörtern? Also, ich habe an der University of Sussex „English and American Studies“ studiert. Dann war ich als Journalist tätig, habe zum Beispiel für den BBC gearbeitet, auch als Moderator und Nachrichtensprecher.

Hast du ein deutsches Lieblingswort?
Nicht Sauerkraut. Schatz vielleicht oder Kumpel. Das Wort mag ich, ein Kamerad ist ein Kumpel. Es gibt aber auch komische deutsche Wörter, Schifffahrt zum Beispiel.

Schifffahrt mit drei „f“.
Ja, genau.

Würdest du gerne noch weitere Sprachen lernen?
 - Französisch und Italienisch

Bereist du gerne andere Länder und bereitest du dich sprachlich auf die Reisen vor?
Das Problem ist, dass Englisch überall ist. Ich habe während meiner Berufslaufbahn viele Länder gesehen: Australien, die USA, in Europa, z.B. Tschechien, Polen und Spanien, Russland. Urlaub im Ausland mache ich nicht so gerne. Ich habe durch meinen Beruf schon so viele Länder kennengelernt. Ich bin aber sehr an Ländern wie Estland, Lettland oder Slowenien und an der Entwicklung dieser sogenannten „neuen Länder“ interessiert. Als Kind war ich außerdem mal in Indien. Meine Schwester wohnt in Südafrika, ich habe eine zweite Schwester in Schweden und mein Bruder lebt in Hong Kong.

Dann kannst du ja überall hin. In Indien, Südafrika oder Hong Kong, also in ehemaligen Commonwealth-Staaten, spricht man ja aber auch Englisch.
Genau.

In welcher Sprache träumst du?
Das weiß ich nicht. Ich kann mich an die Bilder erinnern, aber nicht an die Sprache.

Was fehlt dir am meisten, wenn du an den Süden Englands denkst?
Die Landschaft, die kleinen Dörfer und die typischen „Inspector Barnaby“-Häuser. Und die englischen Gärten.

Den gibt es in München auch. Kleiner Spaß. Was ist denn so speziell an einem englischen Garten?
Es ist gemütlich und in deutschen Augen ein bisschen unordentlich. Ein englischer Garten hat viele verschiedene Blumen und einen Gemüsegarten.

Warum unterrichtest du gerne Englisch? Was ist deine Motivation?
Nicht nur die Sprache. Ich versuche zu zeigen, dass eine Sprache nicht getrennt von der Kultur funktioniert. Man muss etwas über das Land lernen, dessen Sprache man spricht. Eine Sprache ist nicht künstlich. Sprache hat sich durch die Menschen entwickelt. Kein Professor, keine Akademie und kein Institut hat eine Sprache entwickelt. Studenten und Geschäftsleute müssen wissen oder akzeptieren, dass man besser Englisch lernen kann, wenn man die englische Kultur kennt.

Und wie setzt du das um?
Es kommt auf den Teilnehmer an. Es ist unterschiedlich: Schüler lernen eine Sprache durch die Kultur. Geschäftsleute sind schwieriger. Oft wollen sie gar kein Englisch lernen, sondern machen es, weil sie es für ihren Beruf müssen. Dann kommen Fragen wie „Kann ich E-Mail-Englisch lernen?“ oder „Gibt es ein Business-Englisch?“. Ja, gibt es. Englisch ist aber Englisch. Sie müssen lernen, wie sie mit ihrem Gegenüber kommunizieren, das nun einmal aus einer anderen Kultur kommt, zum Beispiel mit einem Amerikaner oder einem Australier.

Schön. Wie lange bist du denn schon als Sprachlehrer tätig?
Fünf Jahre, also noch nicht so lange.

Bildest du dich in irgendeiner Form weiter? Man lernt ja nie aus, „Lifelong learning“
Life is learning. Ohne Ende. Wir leben in einer Zeit, in der sich alles sehr schnell ändert. Vor zehn Jahren war Englisch noch nicht so verbreitet und nur für Geschäftsleute wirklich wichtig. Heute braucht man Englisch überall.

Was hältst du von „Denglisch“, also die Vermischung des Deutschen mit dem Englischen? Beispielsweise „Der Flug wurde gecancelt.“
Warum nicht? Zum Glück sind die Deutschen nicht wie die Franzosen, die teilweise sogar englische Wörter verbieten. Und dort gibt es die „Académie française“, die seit 30 Jahren ein neues französisches Wörterbuch herausbringen will, es aber nicht schafft. Denglisch kann aber auch zum Problem werden, z.B. wenn Werbungen teilweise komplett auf Englisch sind und die Zuschauer sie nicht verstehen. Andererseits gibt es auch viele deutsche Wörter im Englischen: Schadenfreude, Angst, Kindergarten oder Übermensch. Man kann den Menschen nicht den Gebrauch bestimmter Wörter verbieten. Sprache kommt von den Menschen und kann nicht reguliert werden. Das „Oxford English Dictionary“ nimmt beispielsweise jedes Jahr mehrere neue Wörter auf, die auf der Straße entstanden sind.

Der Duden macht das ja auch ein bisschen. Was sind grundlegende Unterschiede zwischen der deutschen und der englischen Sprache?
Ich sage immer, dass Englisch einfach zu lernen, aber schwer zu verstehen ist. Für mich persönlich liegt der Unterschied in der Bedeutung von Wörtern. Im Englischen gibt es viele Wörter mit vielen verschiedenen Bedeutungen. Im Deutschen ist alles viel genauer definiert, zum Beispiel durch Präfixe. Unterschiede gibt es auch in der Grammatik. Oder die Liebe der Deutschen zu Sätzen mit zu vielen Verben am Ende. Das ist wie eine Caramboulage. Die Engländer stellen die wichtigste Information immer an den Beginn des Satzes. Im Deutschen ist es zwar auch so, hierzulande lieben die Menschen aber lange Sätze. Das Deutsche hat sich aber auch verändert. Konrad Adenauers Reden sind beispielsweise schwer verständlich, Merkel hingegen ist einfach zu verstehen.

Vielleicht liegt das ja auch an den Inhalten.
Ich sage oft, dass der einzige Unterschied zwischen den Deutschen und den Engländern im sogenannten „Mirror Image“ liegt. Man sieht in den Spiegel und sieht sich selbst. So ist es bei den Deutschen und den Engländern. Wir sind liberaler, Deutsche sind regelmäßiger. Dafür sind Engländer im Privatleben prüder, Deutsche nicht. Deutsche machen viel zusammen und in Vereinen, Engländer sind individueller.

Was sollte man in der Kommunikation mit Engländern grundsätzlich nicht machen?
Wenn Engländer ins Ausland reisen, sind sie englischer als in England. Bei den Deutschen ist es genau so. Die Leute kehren zu ihren „Default-Settings“ zurück. Ich sage besser, was man tun kann: lachen, etwas lockerer sein, „go with the flow“.

Englisch ist zurzeit die Weltsprache schlechthin. Andere Sprachen wie Chinesisch oder Spanisch sind allerdings auf dem Vormarsch. Wird Englisch seine heutige Stellung beibehalten?
Gute Frage. Ich tendiere zu ja. Es gibt so viele verschiedene englische Akzente, Australian English, American English, British English usw. und jeder hat seinen eigenen Stil und Wortschatz. Wichtig sind aber auch die 800 Millionen Zweitsprachler. Sie haben auch ihren eigenen Stil und Wortschatz. Auch hier ist eine Entwicklung zu beobachten.

Was hältst du von modernen, interaktiven Lernmethoden?
Ja, warum nicht? Absolut. Es gibt so viele Vorteile. Wenn man Informationen sucht, kann man im Internet recherchieren und muss nicht in die Bibliothek. Da kann ich nichts gegen sagen.

Also auch Übersetzungs-Apps o.ä.?
Man muss wissen, was man tut und die Sprache also können. Es ist nur ein Hilfsmittel.

Wie kann man eine Sprache im Alltag am besten verfestigen?
Podcasts sind super. Man sollte auch eher 5 oder 10 Minuten am Tag als einmal mehrere Stunden in der Woche lernen. Sprechen ist meiner Meinung nach wichtiger als Schreiben. Es gibt so viel im Internet: BBC-Podcasts oder Voice-of-America-Podcasts.

Vielen graut es vor dem Erlernen einer Fremdsprache. Woran könnte das liegen?
Sie könnten es peinlich finden. Es ist genau wie Schwimmen. Man muss es lernen und man weiß, dass man ertrinkt, wenn man ins Wasser geht. Also muss man mit Schwimmflügeln beginnen, man will mit den Füßen auf den Boden, der die Muttersprache darstellt. Man muss aber auch ins tiefere Wasser gehen und ohne Flügel schwimmen können. Lernende fürchten sich davor, Dummes zu sagen oder Fehler zu machen. Aber auch Muttersprachler machen Fehler. Man darf nicht denken, dass Muttersprachler perfekt sprechen.

Wenn ich nächste Woche auf eine Messe fliegen muss, auf der Englisch gesprochen wird. Wie würdest du mich auf diese vorbereiten?
Erst ein bisschen Smalltalk. Dann würden wir uns mehr mit der Messe und ihrem Thema beschäftigen sowie viel Sprechen. Situationen nachstellen und „Standard phrases“ anwenden.

 

Michael Woodhead

 

Zum Abschluss ein kurzes Wortspiel:
SEKT ODER SELTERS?

 

eBook oder Taschenbuch?
Beides. Wenn ein eBook weniger als 6€ kostet, dann tendiere ich zum eBook, ansonsten kaufe ich gebrauchte Bücher.

WhatsApp oder Telefon?
WhatsApp

Apple oder Android?
Android

Internet oder Tagesschau?
Internet

Meer oder Berge?
Berge

Kochen oder Bestellen?
Kochen

Synchronsprecher oder Originalton?
Originalton

Kaffee oder Tee?
Kaffee

All Inclusive oder Individualreisen?
Individualreisen

London oder Berlin?
Berlin

Bier oder Wein?
Wein

 

Gut, dann haben wir es geschafft, Michael. Vielen Dank!

 


Interview vom 20. Mai 2016