Katharina Nickel, Englisch-Lehrerin, Muttersprachlerin

"Hello, let me introduce myself to you – my name is Kate"

Katharina oder besser bekannt als Kate, unterrichtet an unserer ask4more-Sprachschule Englisch. Kate ist hauptsächlich in Worcester in England aufgewachsen, dennoch ist sie bilingual groß geworden. Mittlerweile ist die gebürtige Engländerin seit fast 10 Jahren Sprachlehrerin. Durch ihre englischen Wurzeln und ihre sympathische Art weiß Kate, wie sie ihren Schülern die englische Sprache näher bringen kann. Wir sind froh, sie zu unserem ask4more-Team zählen zu dürfen und stellen euch Kate nochmal in einem Interview genauer vor. Viel Spaß! 

KATHARINA NICKEL, ENGLISCH-LEHRERIN, MUTTERSPRACHLERIN
KATHARINA NICKEL, ENGLISCH-LEHRERIN, MUTTERSPRACHLERIN

Sie sind Lehrerin bei ask4more. Wie ist Ihr Name?

Katharina Nickel

 

Und was ist Ihre Muttersprache?

Englisch und Deutsch

 

Woher kommen Sie?

Aus dem Westerwald und aus Worcester in England

 

Worcester wie Worcester-Sauce, die viele fälschlicherweise als Worcestershire-Sauce kaufen? Gibt es nicht auch Worcestershire?

Nein, das ist Worcestershire, die Grafschaft, in der Worcester liegt.

 

Nun einige persönliche Fragen. Was sind Ihre Interessen und Hobbies?

Ich lese und schreibe total gerne und gucke ganz viele amerikanische Serien.

 

Welche denn zum Beispiel?

Game of Thrones natürlich, Penny Dreadful und was es sonst auf Netflix gibt.

 

Penny Dreadful ist ein bisschen mysteriös, viktorianisch, „very British“ würde man sagen.

Ja, die Serie spielt in London.

 

Fassen Sie Ihren schulischen und beruflichen Werdegang in fünf Wörtern zusammen.

Ich bin hauptsächlich in England aufgewachsen, kurzzeitig haben wir auch in Spanien gelebt. Durch die vielen Umzüge erreichte ich erst mit 18 die Mittlere Reife. Gerade bin ich an meiner B.A.-Arbeit dran.

 

Woher stammen Ihre Eltern?

Mein Vater kommt aus Deutschland und meine Mutter stammt ursprünglich aus Irland. Ihre Familie ist aber 1959 nach England gezogen.

 

Sie sprechen ja akzentfrei Deutsch.

Ich habe bis zu meinem sechsten Lebensjahr in Deutschland gelebt.

 

Wie viele Sprachen sprechen Sie?

2,5. Spanisch nur noch zur Hälfte.

 

Und welche ist Ihre Lieblingssprache?

Schwierige Frage. Sowohl Deutsch als auch Englisch haben tolle Eigenschaften.

 

Haben Sie ein deutsches Lieblingswort?

Schadenfreude.

 

Welche Sprachen würden Sie gerne noch lernen?

Ich würde gerne nochmal Spanisch richtig lernen.

 

Bereisen Sie gerne andere Länder und bereiten Sie sich sprachlich auf diese Reisen vor?

Ich bereise eigentlich keine anderen Länder mehr, weil ich immer meine Familie in England besuche. Wir wollen demnächst mal nach Irland und dort nochmal die alte Verwandtschaft sehen. Dann bleibt nur noch wenig Zeit übrig.

 

Dann müssen Sie sich ja sprachlich überhaupt nicht vorbereiten. Möchten Sie denn noch unbedingt ein bestimmtes Land bereisen?

Ich wollte schon immer mal nach Japan, weil meine Eltern sich dort kennengelernt haben und mir ganz viele Geschichten von Japan erzählt haben.

 

In welcher Sprache träumen Sie?

In Englisch und Deutsch gleichermaßen.

 

Wenn Sie an England und die britischen Inseln denken. Fehlt Ihnen dann irgendetwas?

Die britische Freundlichkeit und Offenheit fehlt mir hier ein bisschen. Und die Knabbereien, Chips zum Beispiel.

 

Wie sind Sie überhaupt zum Sprachenunterrichten gekommen?

Als ich nach Deutschland gezogen bin wurde ich oft gefragt, ob ich Nachhilfe geben würde. Anfangs wollte ich nicht, da ich die Grammatik selbst nicht ganz verstanden hatte. Ich habe mir sie dann selbst nochmal beigebracht und wurde immer öfter gefragt.

 

Wie lange sind Sie schon als Sprachlehrerin tätig?

Ungefähr zehn Jahre, abgesehen von den Nachhilfestunden, mit denen ich mit 16 angefangen habe.

 

Und wie sieht es bei Ihnen mit Weiterbildung aus?

Ich habe Anglistik studiert, von daher war es bisher nicht notwendig.

 

Was halten Sie von „Denglisch“, also die Vermischung der deutschen mit der englischen Sprache, z.B. „Der Flug wurde gecancelt.“

Manchmal wird es übertrieben, einige benutzen es zum Beispiel, um gelehrter zu klingen. Ich finde allerdings gut, dass sich die deutsche Sprache wandelt. Daran müssen wir uns gewöhnen.

 

Begrüßungsfloskeln und der Habitus im täglichen Umgang miteinander sind in allen Ländern unterschiedlich. Was ist typisch britisch?

„Hi. How are you?“ ist die Standardbegrüßung. Dann gibt es noch „Hiya", das kennt man hier vielleicht nicht. Oder „You look lovely“, „you look great“. Das sind einige Begrüßungsfloskeln.

 

Was sind denn drei grundsätzliche Unterschiede zwischen Deutsch und Englisch?

Deutsch ist sehr viel genauer und direkter. In England reden wir viel um den heißen Brei und erklären so, dass der Gesprächspartner von selbst auf die eigentliche Aussage kommen muss. In Deutschland benennen wir alles sofort.

 

Und wie bewerten Sie diese unterschiedlichen Herangehensweisen an die Sprache?

Beides ist gut. Das Deutsche ist in der Hinsicht praktischer, allerdings geht auch viel verloren. Die Engländer sind kreativer in Ihrer Sprache geworden, um zum Ziel zu kommen.

 

Gibt es etwas, das man in der englischen Sprache unbedingt vermeiden sollte?

Wenn man gefragt wird, wie es einem geht, antwortet man mit „Fine, thanks.“ und nicht mit der tatsächlichen Gemütslage. Wichtig ist außerdem auch der Unterschied zwischen „Das irritiert mich.“ und „That irritates me.“, womit man zum Ausdruck bringt, dass einen etwas nervt.

 

Englisch ist zurzeit die Weltsprache schlechthin. Meinen Sie, dass das auch in Zukunft so bleiben wird? Auch andere Sprachen wie Chinesisch oder Spanisch werden immer wichtiger.

Ich denke, dass es so bleiben wird. Über China habe ich z.B. mal gelesen, dass es dort mehr Menschen gibt, die Englisch sprechen als im englischsprachigen Raum. Und auch die Spanier werden sich daran gewöhnen müssen.

Auch der spanischsprachige Raum ist sehr groß und besonders in den USA vermischen sich Englisch und Spanisch.

Ja, dort hat das Spanische Einflüsse auf das Englische.

Ein Ziel der EU-Sprachpolitik ist ja, dass alle EU-Bürger/innen neben ihrer Muttersprache noch mindestens zwei weitere Sprachen sprechen.

 

Halten Sie dieses Ziel für realistisch?

Für Engländer wird es schwierig, weil sie es nicht gewohnt sind. Zwar wählt man auch in England entweder Deutsch oder Französisch als Fremdsprache, allerdings ist der Unterricht nicht wirklich intensiv. Mit viel Zeit und Geduld ist es aber möglich

 

Mit welchen Methoden kann man Fremdsprachen am besten erlernen?

Indem man die Sprache spricht und hört. Wenn man das nicht regelmäßig macht, macht man es sich selbst schwer. Man muss eine Sprache aktiv verwenden, um sie erlernen zu können.

 

Was sind Ihre Methoden im Unterricht?

Sprechen ist ein zentraler Aspekt. Ich leite oft kleine Diskussionen oder Unterhaltungen ein. Oft werden diese dann zum Selbstläufer und ich muss die Teilnehmer stoppen, was aber gut ist, weil es mir zeigt, dass sie motiviert sind und sich gerne ausdrücken. Ansonsten natürlich die Grammatik, wobei ich kein großer Fan des Auswendiglernens bin.

 

Haben Sie schon Erfahrungen mit Lern-Apps o.ä. gemacht und was halten Sie davon?

Meine Teilnehmer zeigen mir immer wieder solche Apps und auch ich nutze ein Wörterbuch auf dem Handy. Ich halte viel davon, weil es deutlich schneller geht als jedes Mal ein Wörterbuch zu durchwälzen. Wenn die Teilnehmer solche Anwendungen gerne benutzen und es ihnen Spaß macht, finde ich es sehr gut.

 

Welchen Tipp würden Sie einem Lernenden geben, der die Motivation verliert?

Man muss dranbleiben und mit einfachen Sachen anfangen. Es frustriert nur, wenn man sich zu viel auf einmal vornimmt. Dann lieber ein Kinderbuch lesen oder eine Kinderserie gucken.

 

Vielen Menschen graut es vor dem Erlernen einer Fremdsprache. Woran könnte das liegen?

Viele haben Angst davor, Fehler zu machen und sich bloßzustellen.

 

Haben Sie schon mit Geschäftskunden Kontakt gehabt und für welche Branchen haben Sie unterrichtet?

Ja, fast ausschließlich. Im Siegerland, wo ich mal gelebt habe, kamen viele aus der Stahlindustrie. Aber auch Anwälte habe ich schon unterrichtet

 

Und wer aus der Stahlindustrie benötigt besonders viel Englisch? Sind es überwiegend die Manager?

Eigentlich alle, angefangen bei der Logistik, deren Mitarbeiter viel mit Kontakt mit Fernfahrern aus anderen Ländern haben bis hin zum Vertrieb, wo besonders viel Englisch benötigt wird.

 

Nehmen wir an, ich nehme an einer Messe teil, auf der Englisch gesprochen wird. Wie können Sie mich am besten darauf vorbereiten?

Am besten mit Intensivunterricht, in dem wir viel über verschiedene Themen sprechen, z.B. das Produkt, das Unternehmen usw. 

 

Unterscheidet sich Ihre Lernmethode vom schulischen Ansatz?

Ja, mir geht es nicht um das Bestehen von Klausuren, ums Auswendiglernen oder um das perfekte Beherrschen der Grammatik. Mir ist es wichtig, dass die Teilnehmer selbstbewusst in der Fremdsprache kommunizieren.

 

Kommt man heutzutage noch ohne Fremdsprachenkenntisse am Arbeitsplatz aus?

Es kann sein, dass man in manchen Branchen tatsächlich überhaupt kein Englisch braucht. Ich habe aber ganz viele Menschen unterrichtet, von denen ich nie erwartet hätte, dass sie Englisch für Ihren Beruf brauchen, beispielsweise KFZ-Mechaniker.

KATHARINA NICKEL, Lehrerin bei ask4more
KATHARINA NICKEL, Lehrerin bei ask4more

Zum Abschluss ein kurzes Wortspiel: SEKT ODER SELTERS?

eBook oder Taschenbuch?

eBook

 

WhatsApp oder Telefon?

WhatsApp

 

Apple oder Android?

Android

 

Internet oder Tagesschau?

Internet

 

Meer oder Berge?

Meer

 

Kochen oder Bestellen?

Kochen

 

Synchronsprecher oder Originalton?

O-Ton

 

Kaffee oder Tee?

Kaffee

 

All-Inclusive oder Individualreisen?

Individualreisen

 

London oder Berlin?

Berlin

 

Bier oder Wein?

Wein

 

 

 

Dann sind wir durch. Vielen Dank!